Ein Obdachlose in der Sternschanze
Menschen helfen Menschen: Susanne Groth unterstützt mit ihrem Projekt „Unter dem Radar – Leben und Helfen im Abseits“ Obdachlose

Unter dem Radar

Ein bewegendes Buch mit Interviews und Porträtfotos zum Thema Bedürftigkeit und Obdachlosigkeit in Hamburg.
Ein Obdachlose in der Sternschanze
Menschen helfen Menschen: Susanne Groth unterstützt mit ihrem Projekt „Unter dem Radar – Leben und Helfen im Abseits“ Obdachlose.

In ihrem Leben ist Susanne Groth schon an zahlreiche Orte der Welt gereist. Als Journalistin hat sie Reportagen für Amnesty International oder Reporter ohne Grenzen im Nahen und Mittleren Osten geschrieben. Doch auf ihren ersten Besuch im „CaFée mit Herz“, einer Obdachloseneinrichtung auf St. Pauli, war sie nicht gefasst.

„Im Iran oder im Irak ist man auf Situationen, in denen man notleidenden Menschen begegnet, vorbereitet. Aber dass das Elend ganz nah ist, machte mich sprachlos“, sagt Groth. Es entstand die Idee zum Bildband „Abseits – Vom Leben am Rande der Gesellschaft in Hamburgs Mitte“. Gemeinsam mit dem Düsseldorfer Fotografen Markus Connemann porträtierte sie die Gäste des „CaFée mit Herz“ und gab den Menschen auf den Straßen St. Paulis in ihrem Buch ein Gesicht, eine Stimme.

Nach der Veröffentlichung war das Interesse groß. Groth erreichten zahlreiche Anfragen: Leser, die fragten, wo sie helfen können. Schulen, die sie für Projekte gewinnen wollten. Kultureinrichtungen fragten für Lesungen an, ebenso das Revier der Davidwache. Dieses unerwartete Echo war der Ausgangspunkt für die Gründung des Vereins „Leben im Abseits e.V.“. Mit dem ehrenamtlichen Verein wollen Groth und ihre Mitstreiter die Menschen zum Thema Obdachlosigkeit wachrütteln, Stigmatisierungen von Menschen beenden und Ängste abbauen.

Für ihr jüngstes Projekt „Unter dem Radar – Leben und Helfen im Abseits“ kommen die Aktiven in der Szene zu Wort. Es sind Sozialarbeiter, Polizeibeamte und Einrichtungsleiter, die sich auf der Reeperbahn um die gesellschaftlich Gestrandeten kümmern. „Es sind nicht nur die obdachlosen Menschen, die in der öffentlichen Wahrnehmung nahezu unbekannt sind. Sondern auch die unsichtbaren Helfer, die hingucken, wenn es anderen schlecht geht“, sagt Groth.

Das Buch „Unter dem Radar – Leben und Helfen im Abseits“ ist von der Hamburger Volksbank gefördert worden und für 17,90 Euro beim Verein unter kontakt@leben-im-abseits.de bestellbar oder in den Fan-Shops von St. Pauli, bei „Stadtkutter“, Weidenallee 13, oder im „Amsterdam Headshop“, Reeperbahn 155.

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