Tolles Trio: Die Pianistin Hanni Liang und die zwei Cellisten Amadeus Templeton (l.) und Boris Matchin lernten sich in ihrer Wohnstraße kennen und wurden durch den Tonali-Wettbewerb zu Kollegen.

Türen öffnen

MUSIK UND LITERATUR IN DEN HÄUSERN DER STADT - Die Hamburger Volksbank lud wieder Musik- und Literaturfreunde ins Haus. Dort inspirierte das junge Born Trio das Publikum, und Hanns Zischler ließ es an Kafkas Leidenschaft fürs Kino teilhaben.
Tolles Trio: Die Pianistin Hanni Liang und die zwei Cellisten Amadeus Templeton (l.) und Boris Matchin lernten sich in ihrer Wohnstraße kennen und wurden durch den Tonali-Wettbewerb zu Kollegen.

Gleich zweimal öffnete die Hamburger Volksbank 2017 ihre Türen für die Festivals des Kunstsalons. Zusammen mit zahlreichen engagierten Privatleuten und Hamburger Unternehmen sorgte sie dafür, dass Kultur ihr Publikum findet, und ermöglichte einen nachbarschaftlichen Austausch über Musik und Literatur.

 

GEBORENE BEGEISTERER
Die Ausgabe von „Musik in den Häusern der Stadt“ im November 2017 war bereits die fünfte für die Hamburger Volksbank. Zu Gast war diesmal das Born Trio. Die beiden Cellisten Amadeus Templeton und Boris Matchin musizieren schon lange gemeinsam und riefen 2010 den Wettbewerb „Tonali“ ins Leben. Dieser richtet sich an junge Instrumentalisten und will die Klassik-Begeisterung bei Jugendlichen an den Schulen stärken. Dritte im Bunde ist die Pianistin Hanni Liang, 2013 selbst „Tonali“-Teilnehmerin. Wer sie – zum Zeitpunkt des Konzerts hochschwanger – am Flügel sitzen sah, konnte vermuten, sie sei die Namensgeberin für das Born Trio. Tatsächlich aber wohnen alle drei in der Bornstraße im Grindelviertel, sind Nachbarn und Freunde – was dem inspirierenden Zusammenspiel anzuhören war. Werke von Vivaldi bis Bartok präsentierten sie zu dritt, als Duo oder solistisch.

 

HANNS ZISCHLER: Die Filmografie des Schauspielers umfasst rund 150 Produktionen. Zudem ist er ein bekannter Sprecher, Essayist, Verleger und Kafka-Forscher. Sein Buch „Kafka geht ins Kino“ schließt eine Lücke in der Kafka-Forschung.

Eine Premiere für die Hamburger Volksbank war die Teilnahme am Kunstsalon-Festival „Literatur in den Häusern der Stadt“im Juni 2017. Im FreiRaum las der Filmschauspieler, Sprecher, Essayist, Verleger und Cineast Hanns Zischler aus seinem neu überarbeiteten Buch „Kafka geht ins Kino“. Dafür hatte er über Jahrzehnte in Archiven und in Franz Kafkas Texten nach Spuren gesucht, die Hinweise auf dessen Kino-Begeisterung geben: „Eine Straßenbahnfahrt durch Prag“ oder „Die Herzensbrecherin“ – welche Filme haben den Schriftsteller beeindruckt? Welche klingen in seinen Texten an? Das Publikum war beeindruckt von Zischlers detektivischem Spürsinn, seiner Liebe zum Detail und zu großer Erzählkunst.

Zweimal belebender Genuss, zweimal angeregte Gespräche, zweimal nette Bewirtung: So kann es 2018 weitergehen. Und dazu gibt es eine Premiere, denn erstmals wird im Frei- Raum, dem Open Office Space der Hamburger Volksbank, musiziert und gelesen.

 

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