BSG Bosseler
Die Mitglieder der BSG-Bosseler trainieren in einer Turnhalle.

#Social Sunday: Gymnastik für Fortgeschrittene

Reha-Sport wie zum Beispiel Bosseln ist wichtig für die körperliche Fitness, aber auch die Gemeinschaft tut einfach gut. Bei der Behinderten-Sport-Gemeinschaft Wilhelmsburg und Harburg sorgt Ute Meier für letzteres. Sie hat den ehrenamtlichen Vorstand im Oktober 2019 übernommen und legt sich mächtig ins Zeug.

Gewichte heben mit über 90 Jahren? Bei der Behinderten-Sport-Gemeinschaft Wilhelmsburg und Harburg (BSG) ist das Alltag. Hier werden Gummibänder gedehnt, Plastiknudeln geritten oder Hanteln durchs Wasser gezogen. Wenn ein Stück Holz über den Boden gleitet, sind auch die BSG Bosseler in ihrem Element. „Das ist nicht mit dem ostfriesischen Boßeln zu vergleichen“, betont Ute Meier, erste Vorsitzende des Vereins und begeisterte Bosselerin. „Im Grunde ist das wie Curling in der Halle“, sagt sie. Schon Meiers Mutter ist seit gut 30 Jahren im Verein aktiv. Als es ihr gesundheitlich nicht mehr möglich war, übernahm die Tochter den Posten der Schriftführerin, später wurde sie in den ehrenamtlichen Vorstand gewählt.

Gerätschaften für das Bosseln erinnern an den Curling-Sport
Die Kegel sind die wichtigsten Gerätschaften der BSG Bosseler

Wer hier Sport treibt, ist irgendwann einmal mit einer ärztlichen Reha-Verordnung eingestiegen, wollte die Gemeinschaft nach der Reha nicht mehr missen und ist Vereinsmitglied geworden.

Osterhasen vor der Haustür

Dass der Verein erfinderisch und vor allem gemeinsam durch diese außergewöhnlichen Zeiten geht, zeigte sich bei der Osteraktion: Als die Geschäfte ihre Osterartikel nicht loswurden, ergriff Ute Meier die Chance. Sie kaufte etliche Osterhasen und stellte jedem der 160 Vereinsmitglieder persönlich eines vor die Tür. Vier Tage lang fuhren sie und ihr Mann dafür durch Hamburg und Niedersachsen: „Von Tonndorf bis Winsen und von Over bis Fischbek waren wir unterwegs. Wir haben immer einen auf die Fußmatte gestellt, einen Schritt zurück und dann geklingelt.“

Spontanes Spätsommerfest

Die Bosseler des BSG Wilhelmsburg trainieren regelmäßig
Das große Turnier musste dieses Jahr leider abgesagt werden, doch die BSG Bosseler haben sich arrangiert.

Nicht anders im September: Die Halle war gebucht, das Event geplant – doch dann kam Corona. Das beliebte Bosseltunier, zu dem zwölf Vereine aus der ganzen Republik eingeladen waren, musste auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden. Groß war die Enttäuschung, größer die Kreativität: „Kurzerhand haben wir in der Halle ein Spätsommerfest mit Kaffee und Kuchen und ein paar kleinen, netten Spielen veranstaltet.“ Rund 40 Gäste nahmen teil und freuten sich.

Dieses sportliche und gesellschaftliche Engagement unterstützt die Hamburger Volksbank mit 500 Euro. Von dem Geld wurden neue Gymnastikutensilien angeschafft.

Wer Interesse an den orthopädischen Reha-Sportarten (Wasser-)Gymnastik, Kegeln oder Bosseln beim BSG  – und eine entsprechende ärztliche Verordnung – hat, kann sich an Ute Meier wenden.

 

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