Neujahrsempfang der Hamburger Volksbank: „Aufbruch in eine neue Ära“

Wie erfolgreich war das Jahr 2019? Was steht 2020 im Fokus? Beim Neujahrsempfang der Hamburger Volksbank kündigte Vorstandssprecher Dr. Reiner Brüggestrat bahnbrechende Veränderungen an.

Ein voll besetzter Saal, prominente Gäste und gespannte Blicke: Als Dr. Reiner Brüggestrat die Bühne des Opernlofts im Alten Fährterminal Altona betrat, war ihm die Aufmerksamkeit der mehr als 300 Gäste sicher. Neujahrsempfänge der Hamburger Volksbank seien wie die Bank selbst: eine „perfekte Mischung aus Tradition und Neuem“, erklärte der Vorstandssprecher gleich zu Beginn seiner Rede (das vollständige Manuskript finden Sie hier).

Traditionell kommen auf Einladung des Unternehmens zum Jahresauftakt nicht nur Kunden und Freunde zusammen, sondern auch Prominenz aus der Hamburger Politik und Wirtschaft. Dazu gehörten diesmal unter anderem Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel (SPD), der ebenfalls eine Rede hielt, sowie die Senatoren a.D. Dr. Herlind Gundelach (CDU) und Dr. Michael Freytag (CDU) sowie Handwerkskammerpräsident Hjalmar Stemann.

Vertiefte Zusammenarbeit mit der Volksbank Lübeck

Neuigkeiten lieferte Dr. Brüggestrat ebenfalls. Zwei davon dürften besonders für Überraschung bei den Gästen gesorgt haben. Zum einen, dass die Hamburger Volksbank mit der Volksbank Lübeck Sondierungsgespräche über eine vertiefte Zusammenarbeit aufnimmt. „Wir haben in den letzten Wochen den sich verstärkenden Eindruck gewonnen, dass die innovative Kultur und städtischen Umfeldbedingungen beider Häuser sich gut ergänzen können“, erklärte Brüggestrat. Die Aufsichtsräte beider Geldhäuser würden diesen Schritt ausdrücklich unterstützen. Ziel sei ein Modell, das für Eigentümer, Kunden, Mitarbeiter und andere Marktteilnehmer auch zukünftig anschlussfähig sein soll.

Generationswechsel im Vorstand

Zum anderen kündigte Brüggestrat weitreichende personelle Änderungen an. „Unser Aufsichtsrat hat vorausschauend an einen Generationswechsel in der Führung der Hamburger Volksbank gedacht und ihn tatkräftig eingeleitet.“ Thorsten Rathje, Vorstand für Marktfolge Kredit & Recht, Revision und Sonderbeauftragte, wird im Gremium verbleiben. Voraussichtlich werde der Aufsichtsrat im ersten Quartal 2020 zwei neue Vorstandskolleginnen oder -kollegen berufen. „Die über 60-Jahre alten und grauhaarigen Herren sollen baldmöglichst durch eine neue Generation ersetzt werden und den Weg freimachen für ein neues Zeitalter“, sagte Brüggestrat mit einem Augenzwinkern.

Bilanz 2019: ein erfolgreiches Jahr

Nicht fehlen durfte der Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr. Aus der positiven Bilanz der Hamburger Volksbank sticht vor allem das Wachstum im Kreditgeschäft heraus. So sind die Kundenkredite um acht Prozent (180 Millionen Euro) auf 2.140 Millionen Euro angestiegen. Parallel dazu erhöhten sich die Kundeneinlagen um elf Prozent (300 Millionen Euro) auf 2.907 Millionen Euro. Trotz des Niedrigzinsumfelds blieb der Zinsüberschuss mit 55 Millionen Euro gegenüber 2018 konstant. Der Provisionsüberschuss legte um drei Prozent auf 24,5 Millionen Euro zu. Unter dem Strich steht ein erfreuliches Betriebsergebnis von rund 20 Millionen Euro. „Diese Gewinne brauchen wir allerdings auch dringend, da wir die steigenden, unberechenbaren Eigenkapitalanforderungen der Aufsicht auch zukünftig erfüllen wollen und müssen“, so Brüggestrat.

Unternehmer fördern

Im neuen Jahr sollen Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler noch stärker als Zielgruppen im Fokus stehen. Völlig zu Unrecht hätten Unternehmer zuletzt stark an Ansehen in der Gesellschaft verloren. „Gerade in Zeiten des Wandels und der Unsicherheit ist Unternehmertum als Methode zur Erzeugung und Durchsetzung von Fortschritt eine wichtige Facette des Sozialcharakters einer Gesellschaft, um mit Disruption umzugehen und aus Altem Neues entstehen zu lassen, also um die Angst vor Unsicherheit durch die Lust am schöpferischen Tun im Zaum zu halten“, argumentierte Brüggestrat. Auch die Finanzwirtschaft brauche mehr Unternehmertum, um im digitalen Wandel zu bestehen und ein ökologisch wie ökonomisch kluges Wirtschaftssystem zu entwickeln.

Um auch in Zukunft erfolgreich zu bleiben, benötigten Unternehmen herausragendes Personal. „Herzlichen Dank an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre erfolgreiche und der Zukunft zugewandten Arbeit im Jahre 2019.“ Zwei Gruppen hob Brüggestrat besonders hervor: Auszubildende, die unter anderem die Markenoffensive entscheidend mitgestaltet haben. Und junge Eltern, die sich der großen Herausforderung stellen, Familien-, Privat- und Berufsleben unter einen Hut zu bekommen.

Nach der Rede von Dr. Brüggestrat sprach Hamburgs Finanzsenator Tacheles zur finanziellen Lage der Hansestadt, zur Bürgerschaftswahl und zum Thema Schuldenbremse. Im Anschluss daran stellten Aline Lettow, Rebecca Aline Freese und Richard Neugebauer aus dem Ensemble des Opernlofts unter Beweis, warum das Theater es als Karrieresprungbrett für den Gesangsnachwuchs gilt.