Mit Lessing auf die Straße

Lessing, Hamburg und Fridays for Future – wie geht das zusammen? Bei der Eröffnung der diesjährigen Hamburger Lessingtage konnte man die Antwort finden: Mit Footprints for Future und einer ganz besonderen Demo.

„Wem gehört die Welt?“ Unter diesem Motto stehen die diesjährigen Hamburger Lessingtage, die am 17. Januar eröffnet wurden. Aber nicht, wie man denken könnte, traditionell im Theatersaal, sondern unter freiem Himmel auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz. Dort präsentierte Thalia-Intendant Joachim Lux am Freitag auch gleich den Festival-Auftakt: Die Open-Air-Kunstinstallation Footprints for Future. Dafür hatten rund 1500 Schüler und Schülerinnen aus Hamburg und der Metropolregion einzeln oder mit ihrer Klasse den eigenen ökologischen Fußabdruck ermittelt, Maßnahmen zum Klimaschutz formuliert und damit den tatsächlichen Abdruck ihrer Füße auf bereits genutzten Bodenstoffen aus dem Theater gestaltet.

Apropos bereits genutzt: Alle für die Ausstellung verwendeten Materialien sind beziehungsweise werden recycelt. „Wir predigen kein Wasser und trinken dann Wein“, sagte Joachim Lux in seiner Eröffnungsrede und zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Jugendlichen: „Ihr lasst euch nicht einkaufen, ihr macht euer Ding, das ist super. Bleibt dabei und lasst Euch nicht frustrieren.“ Er selbst folgt dem guten Beispiel schon seit Monaten auf seine eigene Weise: „Ich mach es wieder wie mit 17 und fahre nur noch Fahrrad. Macht auch viel mehr Spaß!“

Highlight der Veranstaltung war der „Move for Future“. Unter der künstlerischen Leitung der Choreografin und Tanzpädagogin Rica Blunck zogen 250 Schülerinnen und Schüler verschiedener Hamburger Schulen und Stufen in einer Performance-Demo durch die Innenstadt, imitierten großen Wellen, Feuerstürme und das Ertrinken im Ozean als Warnung vor den Klimakatastrophen, die drohen, wenn wir nichts gegen den Klimawandel tun. Lessing, so ist sich Mit-Initiatorin und Theaterpädagogin Anne Katrin Klinge sicher, hätte das gefallen – „hätte er heute gelebt, er hätte das Thema garantiert aufgegriffen.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 9. Februar auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz zu sehen, der Eintritt ist frei.