Christian Okun verantwortet das Firmenkundengeschäft der Hamburger Volksbank
Christian Okun verantwortet das Firmenkundengeschäft der Hamburger Volksbank

Firmenkonten in Dollar oder Dirham

Die Hamburger Volksbank zählt neben Privaten auch Firmen zu ihren Kunden. Christian Okun, Bereichsleiter für Unternehmenskunden, erläutert, was Unternehmerinnen und Unternehmer von dem Genossenschaftsinstitut erwarten können.
Christian Okun besichtigt einen Rohbau für das Firmenkundengeschäft der Hamburger Volksbank
Christian Okun, Leiter des Firmenkundengeschäfts der Hamburger Volksbank

Wie viele Firmenkunden hat die Hamburger Volksbank?

Christian Okun: Wir zählen zurzeit circa 15.000 größere und kleine Firmen als Kunden. Jene, die im Bereich für Unternehmenskunden betreut werden, weisen jeweils einen Jahresumsatz von mehr als sechs Millionen Euro und / oder ein Kreditvolumen von mehr als einer Million Euro auf. Vielfach handelt es sich um Firmenverbünde.

Wie viele Mitarbeiter hat Ihre Abteilung?

Christian Okun: 20, davon sind neun in der Beratung tätig. Die anderen arbeiten etwa in der Vertriebsunterstützung oder betreuen Außenhandelsgeschäfte.

Was sind wichtige Geschäftsbereiche?

Christian Okun: Da ist zunächst das Immobilien- und Bauträgergeschäft zu nennen. Dabei geht es um die Finanzierung von Bestandsimmobilien und Neubauten. Zu den Kunden zählen Privatpersonen, Immobiliengesellschaften, Familienzusammenschlüsse, aber etwa auch Immobilienfonds, welche die Fondsobjekte zum Teil mit Krediten erwerben. Viele der Firmenkunden finanzieren ihre betrieblichen Immobilien ebenfalls über die Hamburger Volksbank. Wir verfolgen einen ganzheitlichen Beratungsansatz. Das Kreditgeschäft wuchs in den vergangenen Jahren um rund zehn Prozent pro Jahr.

Welche Finanzdienstleistungen bietet die Hamburger Volksbank noch an?

Christian Okun: Vor allem die klassische Unternehmensfinanzierung. Die Firmenkunden erhalten eine sogenannte Betriebsmittellinie, vergleichbar einem Dispo-Kredit, aus der Geschäfte vorfinanziert werden. In Hamburg als Hafenstadt zählen wir zahlreiche Im- und Exporteure zu unseren Kunden. Für sie stellen wir Konten in Fremdwährungen, also beispielsweise US-Dollar oder Arabische Dirham, zur Verfügung. Zudem sichern wir Währungen vor Schwankungen ab und übernehmen Garantien bei grenzüberschreitenden Geschäften. Im Verbund mit den anderen Volksbanken in Deutschland und der DZ Bank bieten wir die App VR International an. Diese enthält zahlreiche, stets aktualisierte Informationen für Firmen, die im Außenhandel tätig sind. Das erweist sich gerade in der Coronakrise als sehr hilfreich, etwa wegen der sich ständig wandelnden Einreisebestimmungen vieler Länder.

Unternehmenskundenbetreuer und -berater der Hamburger Volksbank (v.l.n.r.:): Thorsten von Appen, Alexander Horn, Svenja Ehlers, Christian Okun, Matthias Kurth
Kümmern sich bei der Hamburger Volksbank um die Firmenkunden  (v.l.n.r.:): Thorsten von Appen, Alexander Horn, Svenja Ehlers, Christian Okun, Matthias Kurth

Spüren Firmenkunden die Auswirkungen der Einschränkungen aufgrund der Coronakrise?

Christian Okun: Natürlich, insbesondere jene aus den Bereichen Hotellerie und Gastronomie oder Veranstaltungen. Die Unsicherheit belastet viele Kunden mit Ihren Familien und Unternehmen. Deutschlands Wirtschaft und vor allem jene in der Hafenstadt Hamburg ist exportorientiert. Da kann es nicht spurlos an den Unternehmen vorbeigehen, wenn etwa die Länder Europas unter Schwierigkeiten zu leiden haben.

Wie kann die Hamburger Volksbank helfen?

Christian Okun: Gleich zu Beginn der Krise haben wir mit Firmenkunden Zins- und Tilgungsaussetzungen vereinbart. Wir vermitteln darüber hinaus Kredite der Hamburgischen Investitions- und Förderbank und der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW. Es ist für Unternehmer weitaus komplizierter, diese zu erhalten, als anfangs vielfach dargestellt. In der Krise schätzen es die Kunden besonders, in der Hamburger Volksbank als Genossenschaftsbank einen stabilen, krisenfesten Partner zu haben. Etwa 60 Prozent der Kunden sind als Mitglieder auch Anteilseigner der Hamburger Volksbank.

Wie steht es um die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung der Metropolregion?

Christian Okun: Hamburg weist eine Reihe von Standortvorteilen auf. Da ist einmal der Hafen, rund 120 Kilometer im Land, der mit dem Rangierbahnhof Maschen – der größte in Europa – eine sehr gute Verkehrsanbindung aufweist. Rund 40 Prozent der im Hafen umgeschlagenen Güter werden mit der Bahn klimaverträglich an- und abtransportiert. Bei anderen europäischen Häfen liegt der Anteil zum Teil unter 20 Prozent. Dann ist da noch der starke Logistikbereich, spezialisiert auch auf das Ausladen von Containern und das Kommissionieren von Waren. Zudem hat sich die Hansestadt längst zu einem bedeutenden internationalen Wissenschaftsstandort entwickelt.

Fehlt ihnen also nichts in Hamburg?

Christian Okun: Doch. Ein Fußball-Club, der international spielt.

 

 

 

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