War fünf Jahre lang China-Korrespondent des "Handelsblatts": Stephan Scheuer (Foto: Stephan Scheuer)
War fünf Jahre lang China-Korrespondent des "Handelsblatts": Stephan Scheuer (Foto: Stephan Scheuer)

Engagierte Diskussion über China

Voller Saal, zahlreiche Fragen wissbegierige Gäste – der Abend zum Thema „Chinas Weg zur Hightech-Weltherrschaft“ mit dem „Handelsblatt“-Redakteur Stephan Scheuer begeisterte Besucher und Veranstalter gleichermaßen.
War fünf Jahre lang China-Korrespondent des "Handelsblatts": Stephan Scheuer (Foto: Stephan Scheuer)
War fünf Jahre lang China-Korrespondent des „Handelsblatts“: Stephan Scheuer (Foto: Stephan Scheuer)

„Sollte Europa nicht ein partnerschaftliches Verhältnis zu China haben, und damit zu einer multipolaren Welt beitragen?“ Diese Frage stellte Dr. Reiner Brüggestrat zur Begrüßung der Gäste und des „Handelsblatt“-Redakteurs Stephan Scheuer im Working-Space in der Zentrale der Hamburger Volksbank. Der Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank leitete damit am 15.6.2019 einen informativen Samstagabend ein, an dem trotz besten Grillwetters gut 50 Gäste etwas über die Erfolgsstory der Supermacht China erfahren wollten. Scheuer, der mit seinem neuen Buch „Der Masterplan – Chinas Weg zur Hightech-Weltherrschaft“, nach Hamburg kam, kann aus ganz persönlicher Perspektive über die Volksrepublik berichten. So verbrachte er schon als Sinologie-Student ein Jahr in China und war dann fünf Jahre als „Handelsblatt“-Korrespondent in Peking, das zu seiner „zweiten Heimat“ geworden ist.

Die etwas andere Lesung

Durch den Abend, an dem über die Erfolgsrezepte Chinas, aber auch kritisch etwa über den unter Spionagevermutungen stehenden chinesischen Telekommunitionsriesens Huawei diskutiert wurde, führte Thomas Eilrich, Geschäftsführer des Kommunikationshauses JDB MEDIA und Chefredakteur des „DUB UNTERNEHMER-Magazins“, der die zahlreichen Fragen und Wortmeldungen aus dem Publikum moderierte. Denn anders als bei Veranstaltungen der Reihe „Literatur in den Häusern der Stadt“ üblich, las der Autor nicht aus seinem Buch vor, sondern debattierte nach einem knappen Impulsvortrag mit den Gästen. Die Hamburger Festival-Leiterin Dunja Marija Klusen freute sich über die zahlreichen Besucher: „Das ist erst das zweite Mal in unserer Reihe, dass nicht aus einem Buch gelesen wird, und der Saal ist richtig voll.“

Mit Vorurteilen aufräumen

Scheuer räumte in den eineinhalb Stunden mit einigen weitverbreiteten Klischees auf. So etwa, dass Chinas Bevölkerung keinen Datenschutz wolle. Gleichzeitig analysierte er kritisch den Alleingang der Volksrepublik beim Aufbau der Neuen Seidenstraße oder den Mangel an Unabhängigkeit der chinesischen Justiz. Zum Ausklang verabschiedete Dr. Brüggestrat die Gäste „mit einem Satz, der mir besonders gefallen hat: Es gibt ein China, aber es gibt nicht den Chinesen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.