Musik verbindet Menschen: Laudatorin Heidi Melis (l.) und Moderatorin Julia-Niharika Sen (M.) mit den Humanity-Rappern.

Die Stimme erheben

JUBILÄUM - Zum 20. Mal wurde Anfang 2018 der renommierte Bertini-Preis verliehen. Fünf Projekte Hamburger Jugendlicher, die sich für mehr Toleranz und gegen das Vergessen des Naziterrors einsetzten, erhielten die Auszeichnung.
Musik verbindet Menschen: Laudatorin Heidi Melis (l.) und Moderatorin Julia-Niharika Sen (M.) mit den Humanity-Rappern.

Mittlerweile ist der Bertini-Preis eine echte Hamburger Institution. Der Pädagoge Michael Magunna initiierte ihn vor zwei Jahrzehnten, 120 Projekte wurden seitdem ausgezeichnet, fast 1800 Jugendliche geehrt. „Lasst euch nicht einschüchtern“ lautet die eindringliche Botschaft. Bestimmt ist der Preis für junge Hamburgerinnen und Hamburger, die sich mutig für ein vorurteilsfreies menschliches Miteinander engagieren, die hinschauen statt wegzusehen und sich einmischen, statt zu schweigen. Der Name geht zurück auf den Roman „Die Bertinis“ von Ralph Giordano, in dem es um das Schicksal einer halbjüdischen Familie während der Nazidiktatur geht. Verliehen wird er jedes Jahr im Januar.

 

HINSCHAUEN UND SICH EINMISCHEN

„Blick auf Hamburg erweitert“: der damalige Erste Bürgermeister Olaf Scholz bei der Festrede.

In diesem Jahr wurden fünf Initiativen ausgezeichnet: ein interreligiöser Gesprächskreis, ein Film über die Medizinversuche und den anschließenden Mord an einem jüdischen Jungen durch einen SS-Mann, ein Theaterstück über die systematische Ermordung behinderter Kinder durch die Nazis, eine Broschüre über russische Zwangsarbeiter und ein Musikvideo gegen die Ausgrenzung von Flüchtlingen. Die fünf Projektgruppen teilen sich das Preisgeld von 10 000 Euro. Prominenter Gast der Preisverleihung war der damalige Erste Bürgermeister Olaf Scholz. In seiner Festrede lobte er die Preisträger: „Sie haben den Blick auf Hamburg erweitert und ihn teilweise korrigiert.“

 

MUSIK FÜR MEHR MENSCHLICHKEIT
Die Hamburger Volksbank übernahm 2017 die Patenschaft für das prämierte Musikvideo. Für das Institut lobte Pressesprecherin Heidi Melis die Schüler des Gymnasiums Kaiser- Friedrich-Ufer, die den „Humanity Rap“ komponiert hatten: „Über das verbindende Element Musik habt ihr euch für mehr Menschlichkeit eingesetzt.“ Zusammen mit einer internationalen Vorbereitungsklasse, syrischen Flüchtlingskindern sowie Schülerinnen und Schülern dreier weiterer Schulen hatten die Gymnasiasten das Video gedreht. Das Publikum war so begeistert, dass es die 56 Preisträger nochmals zum Singen anspornte. Diese ließen sich nicht lange bitten und rappten spontan auf Deutsch und Arabisch den Refrain ihres Songs: „Ganz egal, wer du bist oder was dir gefällt, wir sind alle Menschen auf der selben Welt.“

 

BEWERBEN!
Alle Hamburgerinnen und Hamburger zwischen 14 und 25 Jahren können sich mit einem Projekt bis zum 20. November für den Bertini-Preis 2018 bewerben. Das kann einzeln, als Gruppe oder Klasse geschehen, der Vorschlag durch Dritte ist ebenso möglich. Voraussetzung ist der Einsatz gegen Unrecht, Ausgrenzung oder Gewalt. Mehr Informationen gibt es online.

www.bertini-preis.de