Die Stadt bereichern

DER „HAMBURGER GAST“ 2017 hatte die Jury des gleichnamigen Literaturwettbewerbs mit einer packenden Kurzgeschichte überzeugt. Schriftsteller und Performancekünstler Stephan Roiss fühlte sich während seines Aufenthalts reich beschenkt.

 

Finanzielle Absicherung, spannende Orte, gute Menschen und viel Zeit zu schreiben“, so beschreibt Stephan Roiss seinen Gastaufenthalt in Hamburg von August bis Oktober 2017. In dieser Zeit stellte er einen Lyrikband fertig, der mittlerweile einen Verlag gefunden hat, und brachte ein Romanprojekt auf den Weg, das kürzlich mit einem Förderpreis ausgezeichnet wurde. „Hamburg hat mich reich beschenkt“, resümiert der 34-jährige Österreicher seine Zeit in der Hansestadt.

 

Hamburg hat mich reich beschenkt

 

BEEINDRUCKEN UND MITREISSEN
Aber auch die Stadt hat viel bekommen. Denn Roiss gilt seit einiger Zeit als Geheimtipp in Sachen Performancekunst, und das nicht nur in Österreich. Er verbindet Elemente aus Free Jazz, Noiserock, Prosa, Lyrik und Theater zu beeindruckenden Gesamtkunstwerken. Sein schriftstellerisches Können bewies er mit seiner anspruchsvollen und dennoch leichten Kurzgeschichte „Der große Hodini“, die ihm auf das Siegerpodest beim „Hamburger Gast“-Wettbewerb verhalf. Die Jury – Wettbewerbsinitiatoren Ella Marouche und Huug van’t Hoff, Autorin Daniela Chmelik, Ulf-Peter Busse von der „Bergedorfer Zeitung“ und Heidi Melis von der Hamburger Volksbank – lobte seine lockere, unsentimentale Herangehensweise an das Thema Krebs. Die Nähe zum Protagonisten reiße die Leser mit. Ebenfalls prämiert wurden die Wiener Autorin Julia Hemetsberger und die Berliner Schriftstellerin Maria Jansen, die beide ihre Beiträge vorstellten.