Sticker für die Aktion "Seid nett zueinander"
Viele Farben, ein Aufruf: Die Aktion "Seid nett zueinander" will den rücksichtsvollen Umgang im Straßenverkehr fördern (Foto: Hamburger Volksbank)

Aktion „Seid nett zueinander“: Mit gutem Beispiel voran

Das Klima auf Hamburgs Straßen ist bescheiden – nicht nur wegen der E-Scooter. Die Aktion „Seid nett zueinander“ des „Hamburger Abendblatts“ wirbt für mehr Respekt und Fairness im Straßenverkehr. Daher gilt: schnell die kostenfreien Aktionssticker einsammeln und die Message verbreiten.
Sticker für die Aktion "Seid nett zueinander"
Viele Farben, ein Aufruf: Die Aktion „Seid nett zueinander“ will den rücksichtsvollen Umgang im Straßenverkehr fördern (Foto: Hamburger Volksbank)

Sonntag, 21. Juli, gegen 13 Uhr: Eine 41-jährige fährt mit einem E-Scooter auf dem Radweg des Glockengießerwalls. Nach der neuen Gesetzeslage für „Elektrokleinfahrzeuge mit Lenkstange“ macht sie damit alles richtig. Allerdings fährt sie auf der falschen Straßenseite. Auf Höhe Ballindamm übersieht sie dann eine rote Ampel. Ein Mercedes CLA erfasst die Frau, sie fliegt über die Motorhaube, landet wieder auf der Straße – und verletzt sich schwer. Nur wenige Tage zuvor, ein ähnliches Szenario: Ein E-Scooter-Fahrer kollidiert mit einer Radfahrerin. Der Grund: Er war als Geisterfahrer auf der falschen Seite unterwegs.

Seitdem die E-Scooter vor rund zwei Monaten auf deutschen Straßen zugelassen wurden, ist viel los. Einige scheinen zu glauben, für die neuen Scooter würden andere Verkehrsregeln gelten. Doch eigentlich ist das Gegenteil der Fall: Wenn neue Fahrzeuge auf die Straßen kommen, zeigt sich erst recht, wie ernst es die Verkehrsteilnehmer mit den Regeln wirklich nehmen.

Wieder mehr Respekt auf den Straßen

Der Aufruf „Seid nett zueinander“ kommt also genau zum richtigen Zeitpunkt. Die vom „Hamburger Abendblatt“ ins Leben gerufene Aktion soll wieder mehr Bewusstsein für einen rücksichtsvollen Umgang miteinander schaffen und das Verständnis füreinander stärken. Das gilt im Straßenverkehr natürlich nicht nur für die E-Scooter: Auffahren, Drängeln, Behindern, Parken in zweiter Reihe, Lichthupe, Blockieren – es gibt viele Möglichkeiten sich daneben zu benehmen. Und immer mehr Hamburger scheinen davon Gebrauch zu machen. Kein Wunder also, dass jetzt auch Andreas Scheuer darauf reagiert: Der Bundesverkehrsminister will die Bußgelder für falsches Parken und die Behinderung von Rettungskräften deutlich erhöhen.

„Ja, das Klima hat sich verschlechtert“, erwidert auch Dirk Lau, Sprecher des Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Clubs Hamburg (ADFC), auf die Frage des „Hamburger Abendblatts“, ob die Stimmung im Straßenverkehr wirklich so schlecht sei, wie viele meinen. Das kann er auch belegen: Regelmäßig befragt der Fahrrad-Club seine Mitglieder, wie sicher sie sich im Straßenverkehr fühlen. Und in der Antwort herrscht Einigkeit: Die Freude am Radfahren und das Sicherheitsgefühl nehmen immer mehr ab. Gründe dafür sehen die Mitglieder in der ohnehin ungenügenden Infrastruktur, die eine schlechte Basis für ein harmonisches Miteinander darstellt.

Ein ähnliches Bild zeichnet auch der ADAC Hansa gegenüber dem Hamburger Abendblatt: „Die Zahl der Mitglieder, die bei uns einen rauen Umgangston beklagen, nimmt seit Jahren zu“, sagt Sprecher Hans Pieper. Das gelte besonders für Auto- und Radfahrer, die sich immer wieder über das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer beklagen. „41 Prozent der Befragten waren im Auto mit dem Verhalten von Radfahrern sehr unzufrieden. Das Verhalten anderer Autofahrer störte 27 Prozent stark,“ so Pieper.

Jetzt selbst Initiative zeigen

Doch es gibt auch die andere Seite – diejenigen, denen ein friedlicher und respektvoller Umgang im Straßenverkehr wichtig ist. Und damit genau diese Botschaft wieder mehr Gehör findet, sind alle Hamburger aufgerufen, die Aktion „Seid nett zueinander“ zu unterstützen.

Wie? Mit der Verbreitung der kostenfreien Aktionssticker. Die Hamburger Volksbank ist eines von insgesamt dreizehn Unternehmen, die diese Aktion unterstützen. Schließlich stimmt der Aufruf mit den genossenschaftlichen Werten des Unternehmens bestens überein. Die Aufkleber sind in allen Filialen kostenfrei erhältlich.

Zurück geht die Aktion auf Axel Springer, der 1948 ein Zeichen gegen die Härte der Nachkriegszeit setzen wollte. Der Verleger publizierte die erste Ausgabe des „Hamburger Abendblatts“ unter eben genau diesem Motto – „Seid nett zueinander“. Dieser liebevolle Ausruf traf in dem damaligen kalten Winter auf den Nerv der Zeit und erinnerte an die für unsere Gesellschaft doch eigentlich elementaren Werte von Nächstenliebe und Herzenswärme. Und so zeigt sich auch heute, dass dieser Weckruf nicht nur für den Straßenverkehr gilt, sondern auf fast alle alltäglichen Lebenssituation übertragbar ist.